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BMBF-Verbundprojekt SIMBA
Schlüsselkonzepte der Informatik in multimedialen Bausteinen unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Lerninteressen von Frauen 01. Juni 2001 - 31. Mai 2004 |
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Zielsetzung des ProjektesVermittlung und Verständnis von Konzepten der Informatik bekommen in unserer Gesellschaft einen immer größeren Stellenwert. Nicht nur während eines Informatikstudiums sondern auch in der Lehrerausbildung, bei der Ausbildung von Informatik- und Medienkompetenz in anderen Fächern sowie im Fort- und Weiterbildungsbereich sind komplexe, technische oder formalisierte Sachverhalte der Informatik und ihrer Anwendungen anschaulich und einprägsam zu vermitteln. Zur Zeit ist die Informatik an Hochschulen dem Ansturm von Studienanfängern ohne den Einsatz multimedialer Studienangebote nicht mehr gewachsen. Es handelt sich also um ganz besonders studentenintensive Bereiche. Gegenwärtig ist der Zugang zur Informatik je nach Klientel meist durch die Systematik der Fachwissenschaft, von Bedienfertigkeiten anhand von Anwendungsprogrammen oder aber durch Programmierung geprägt. Grundlagenorientierung in Verbindung mit Praxisbezug und didaktische Aufbereitung treten mehr oder weniger in den Hintergrund. Eine stringente Fachsystematik, insbesondere wenn sie das gesamte Grundstudium durchdringt oder die Ausbildung für andere Fächer dominiert, erscheint jedoch im Zeitalter einer netzgestützten verteilten Wissensorganisation mit hohen Flexibilitäts- und Aktualitätserfordernissen nicht angemessen. Das Projekt ist mehrzweckfähig für unterschiedliche Studien- und Ausbildungsgänge der Informatik und bietet die folgenden Vorteile:
Es gilt eine Vielzahl von jungen Frauen für ein Informatikstudium zu motivieren. Bekanntermaßen sind Frauen besonders motiviert, sich Gegenstände anzueignen, wenn neben informatischen Basiskonzepten immer auch ein Anwendungskontext zur Begründung und Vertiefung aufgezeigt wird. Die Anlage der geplanten Bausteine mit explorativen und modellierbaren Komponenten trägt diesem Bedürfnis in besonderem Maße Rechnung. Informatikinhalte zweckbezogen zu vermitteln stößt insbesondere bei Frauen auf größeres Interesse, wie sich in den außerordentlich erfolgreichen Schnupperuniversitäten für junge Frauen zeigt, die - noch auf traditionelle Weise - gerade dieses Konzept verfolgen und attraktive, vermittelbare Informatikinhalte aufgreifen und mit zugehörigen Grundlagen und Anwendungsbezügen in sich geschlossen präsentieren. Es gilt, Schlüsselbegriffe der Informatik nicht allein von ihrer technischen Optimierung her aufzubereiten, sondern auch die Beeinflussung sozialer, ökonomischer, und kultureller Bereiche aufzuzeigen. Die eher inderdisziplinär, sozial, wirtschaftlich und sprachlich Interessierten, darunter viele junge Frauen, finden zu den Begriffen der Informatik keinen Zugang, wenn der Vorrang in den Themenbereichen der Technik ohne Perspektiven auf die Umwelt und Gesellschaft zugesprochen wird. Viele der hier genannten Schlüsselbegriffe öffnen den Zugang zu interdisziplinären Bereichen, sodass kommunikative, sozial ausgerichtete, und vielseitig begabte junge Menschen (Frauen wie Männer) einen Zugang zur Informatik finden. Da das Problem besonders gravierend in der geringen Anzahl von Frauen in der Informatik sichtbar ist, wird dieser Schwerpunkt als Motivierend für Frauen zusammengefasst. Eine geschlossene Fachsystematik oder auch die multimediale Aufbereitung ganzer Lehrveranstaltungen bedingt in Bezug auf die kooperative Nutzung oder Weiterentwicklung meist eine Alles-oder-Nichts-Entscheidung; es entsteht eine Zweiteilung in Produzenten und Abnehmer (Kooperationsdefizit). Eine langfristige Kooperation Lehrender und Lernender zum wechselseitigen Nutzen im Sinne von Einheit von Forschung und Lehre erfordert aber, dass Lehrende mit gleichem fachlichem Bezug sowohl Produzenten als auch Nutzer sind. Dies ist aber nur mit universellen Bausteinen möglich, die die bestehende Fachsystematik durchbrechen und eine feinere Granularität haben als geschlossene Lehrveranstaltungen. Gegenüber vollständigen Informatikskripten - seien sie in traditioneller schriftlicher oder multimedialer Form - ist von der Zusammenstellung von Bausteinen zu Schlüsselkonzepten eine deutlich höhere Akzeptanz der Dozenten zu erwarten. Denn ein Dozent übernimmt zwar in seine Veranstaltungen sehr viel Fremdmaterial, bislang scheitert jedoch die Adoption einer vollständigen Lehrveranstaltung vor allem daran, dass dem Dozenten neben der Auswahl und Zusammenstellung der Inhalte auch die didaktische und methodische Vorgehensweise vorgegeben wird. Wir streben mit diesem Projekt daher anstelle einer horizontalen, sprich in der Fläche wirkenden, vor allem eine vertikale Nachhaltigkeit an, also eine flexible und multiple Integrationsfähigkeit in unterschiedliche Fächer und Studiengänge, die nach den genannten Erfahrungen einen größeren Erfolg verspricht. Gerade unter Berücksichtigung der dynamischen Entwicklung der Informatik erscheint dieser Zugang über modulare Bausteine mit langlebigen Inhalten dauerhafter zu sein. Informatisches Grundwissen wird heute in vielerlei Zusammenhängen vermittelt und erfordert von den Lehrenden spezifischen Zuschnitt, Auswahl und Aufbereitung der Inhalte. Ein universelles Bausteinkonzept, das verschiedene Zugänge ermöglicht und die Bereitstellung und Komposition hochwertiger Inhalte je nach Situationserfordernis unterstützt, bietet mehr Flexibilität und erschließt ein besseres Rationalisierungspotential durch Mehrfachverwendung bzw. Wiederverwendung einzelner Bausteine. Ein Bausteinansatz über Schlüsselkonzepte gestattet es, neben fachsystematischen Gesichtspunkten, vor allem lernbezogene, praxisnahe und Aktualitätserfordernisse so zu berücksichtigen, dass durch entsprechende Priorisierungen eine zielgruppen- und situationsangemessene Reihenfolge in der Auswahl und Umsetzung der Bausteine erfolgen kann. Entwicklung und Ausbau orientieren sich an den jeweiligen Ausbildungserfordernissen und nicht an einer starren Forschungssystematik. Das ermöglicht es auch, spezifische Ausbildungsanforderungen wie z.B. die Vermittlung von Berufsbildern aktualitätsbezogen zu ergänzen und mit den Fachinhalten zu verknüpfen. Verständnis von Konzepten der Informatik wird in den nächsten Jahren in vielen gesellschaftlichen Bereichen notwendig sein. Somit gewinnt Informatik in anderen Studiengängen, insbesondere im geisteswissenschaftlichen Bereich und in den Lehramtstudiengängen, zunehmend an Bedeutung. Das Bausteinkonzept ermöglicht Informatik-Grundwissen anwendungsbezogen über eine große Anzahl von Zugangswegen zu erschließen, so dass die selbstverständliche Nutzung neuer Medien in alle gesellschaftlichen Gebiete Einzug halten kann. Erfahrungsgemäß werden die Berufsfelder der Informatik-Berufe und das Informatikstudium als stark technisch, männlich, kommunikationsarm und unkreativ gesehen. Die Modularität des Bausteinkonzeptes erlaubt es, Metainformationen zur Informatikausbildung als Baustein zu integrieren. Die Nutzbarkeit im Rahmen von Fort- und Weiterbildung wird besonders durch die Online-Verfügbarkeit garantiert mit den wesentlichen Vorteilen für die Lernenden (Unabhängigkeit von Ort und Zeit). Die Kombination von Präsenzlehre und Selbst- bzw. Fernstudienanteilen ermöglicht eine Vielzahl neuer Formen von Fernstudienangeboten. Jede Hochschule muß sich diesen Anforderungen der Informationsgesellschaft stellen, ist also gut beraten, sich den hier vorgeschlagenem Projekt als Anwender zu öffnen. Die Didaktik der Informatik leistet einen besonderen Beitrag zur Integration der entwickelten Bildungsbausteine als Basis der anforderungsbezogenen Fort- und Weiterbildung im beruflichen Kontext. Auswahl der Schlüsselkonzepte und Bewertung der BausteineZur Qualitätssicherung und -kontrolle wird eine didaktische Evaluation eingeplant. Besonders forschungs- und damit personalintensiv gestalten sich die Phase der Auswahl der Schlüsselkonzepte zu Projektbeginn und deren projektbegleitende Evaluation. Die Auswahl der Schlüsselkonzepte erfolgt hinsichtlich folgender fünf Kriterien:
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