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Forschung

Ziele

Ziel der Arbeit im Teilprojekt A8 ist die Erforschung von kognitiven Zugängen zum Phänomen des zweiten Medienumbruchs unter Berücksichtigung der Geschlechter- und Berufsspezifik. Es werden Bildungsangebote für den Informatikunterricht der Sekundarstufe II und für den E-Learning-Bereich von Berufstätigen entwickelt. Die Verbindung von Informatik und Medienwissenschaften soll zu Konzepten und Standards der informatischen Bildung führen, mit denen sich Lernende auf die aktive Mitgestaltung der Gesellschaft im zweiten Medienumbruch vorbereiten. Ziel im Antragszeitraum 2005-2009 ist die Entwicklung eines theoretisch fundierten und strukturierten Modells für die Vermittlung und Aneignung von Wissen über den zweiten Medienumbruch.

Dafür werden auf der Mikroebene Bildungsangebote und Testitems nach dem PISA-Muster zu deren Evaluation entwickelt. Die Testitems werden aus einem Kompetenzstufenmodell (KSM) der informatischen Bildung abgeleitet, das auf der Makroebene als Bestandteil der Theorie der Didaktik der Informatik entworfen und schrittweise verfeinert wird. Es existieren erste Vorschläge für ein KSM der informatischen Bildung, die im Teilprojekt aufgegriffen und auf ihre Tragfähigkeit bezüglich der theoretischen Fundierung und praktischen Anwendbarkeit überprüft bzw. bei Bedarf weiterentwickelt werden.

Auf der Mesoebene entstehen Bildungsempfehlungen und -standards für die ausgewählten Zielgruppen:

  • für Informatikunterricht von Schülerinnen und Schüler in Jahrgangsstufe 11 und
  • für E-Learning von Berufstätigen im Altersspektrum von 30-40 Jahren.
Bei der Wahl der Altersgruppe der Berufstätigen spielen folgende Faktoren eine Rolle: Die Personen profitieren besonders von einer höheren Medienkompetenz, da sie eine Laufbahnentwicklung vor sich haben; ihre berufliche Erstausbildung fand bereits unter dem Einfluss des zweiten Medienumbruchs statt; die Auswahl geeigneter Berufsfelder erfolgt nach empirischer Erhebung des Bildungsbedarfs in den Schwerpunkten A-C. Auf der Makroebene wird die Theorie der Didaktik der Informatik ergänzt um die Möglichkeiten und Grenzen ihres Beitrages zur Medienkompetenz, differenziert nach Geschlechtern. Die Differenzierung nach Geschlechtern resultiert aus den Ergebnissen der PISA2000-Studie. Dort "zeigten Jungen ein sehr viel stärkeres Interesse an Computern als Mädchen" (OECD (Hrsg.): Lernen für das Leben. Erste Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie PISA 2000. Paris, 2001, S. 136). Die einzige Ausnahme bildeten die Vereinigten Staaten mit gleichstarkem Interesse beider Geschlechter. Verzahnt mit der Theorieentwicklung zur Didaktik der Informatik wird die Transfermöglichkeit zu einer neuen Didaktik für E-Learning differenziert nach Berufsfeldspezifik untersucht. Dabei soll erstens überprüft werden, inwieweit das "Konzept der Didaktischen Systeme" auf die Gestaltung von E-Learning-Prozessen übertragbar ist. Zweitens spricht vieles dafür, dass die Vorgehensweise beim Begründen des KSM und dem Ableiten von Testitems für die Schwerpunkte A-C zu Synergien führt, die einen Theorieansatz für E-Learning fördern, der über die Grenzen der informatischen Bildung hinausgeht.


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