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Erfahrungen mit verpflichtendem Informatikunterricht in der Sekundarstufe I

Vortrag von Bernhard Koerber, Redaktionsleiter LOG IN - der Fachzeitschrift für Informatik in der Schule,
Leiter der Gemeinsamen Einrichtung Datenverarbeitung und informatische Bildung, FU Berlin

amDienstag, den 9. Mai 2000
um1600 Uhr
in derOtto-Hahn-Str. 16, R. 205

im Rahmen des Kolloquiums des Fachbereichs Informatik.

Zusammenfassung

Die Diskussion über die in Deutschland fehlenden IT-Fachkräfte zeigt erneut, dass die derzeitigen Maßnahmen zur informatischen Bildung in allen Schularten und Schulstufen immer noch zu kurz greifen. Von grundlegender Bedeutung ist eine umfassende informatische Allgemeinbildung, die einen ähnlichen Stellenwert besitzt wie die Fächer Deutsch oder Mathematik.

In Berlin existiert seit Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I an Gymnasien, Realschulen und Gesamtschulen Informatik für zwei Schuljahre (in der 9. und 10. Klassenstufe) als Wahlpflichtfach mit drei Wochenstunden zu belegen. Seit Mitte der 80er Jahre geht diesem Wahlpflichtfach ein epochal organisierter Pflicht-Kurs zur informationstechnischen Grundbildung im Umfang von 40 Stunden voraus, der auch an Hauptschulen unterrichtet wird. Die langjährigen Erfahrungen zeigen, dass gerade in der Mittelstufe von einem wissenschaftspropädeutischen Unterricht, wie er in der gymnasialen Oberstufe vorherrscht, Abschied genommen und der Stellenwert der Wissenschaft Informatik in der Schule neu überdacht werden muss. Hier stehen eher didaktische als fachwissenschaftliche Probleme im Vordergrund. Zwar sollen die Schülerinnen und Schüler einen zutreffenden Einblick in die Inhalte und Methoden der Wissenschaft Informatik erhalten, dies aber in anwendungsorientiertem und gesellschaftsbezogenem Zusammenhang. Diese Sichtweise kann selbst im Fachunterricht nur an exemplarischen Inhalten fächerübergreifend vermittelt werden und steht damit im Kontext zu gegenwärtigen Planungen hinsichtlich künftiger Schulentwicklung und Schulorganisation.

An Hand zweier Beispiele (Thema "Publizieren" und "Automatisieren von Prozessen") werden die Grundlagen der didaktischen Ideen eines Informatikunterrichts in der Sekundarstufe I vorgestellt und erörtert.