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Kommunikations- und Informationstechnologien durchdringen alle Lebensbereiche.
Beherrschung, Nutzung und Weiterentwicklung dieser Technologien sind inzwischen
ein unverzichtbarer Bestandteil des Wissens- und Wirtschaftsstandortes
Deutschland.
Neben allen Vorteilen der neuen Technologien stellen sie uns vor gewaltige
Herausforderungen. Die digitale Revolution führt zu einer fast überbordenden
Informationsflut, die nur mit Mühe zu bändigen ist. Neue Erkenntnisse aus
Wissenschaft und Technik, Nachrichten aus Politik und Wirtschaft werden nahezu
ohne Zeitverlust durch das Internet verbreitet. Neue Nachrichten treffen ein,
bevor alte verarbeitet werden konnten. Wer hier nicht mithalten kann, hat auf
geraume Zeit in vielen Arbeitsbereichen den Anschluss verloren.
Die Problematik gewinnt an Schärfe in Anbetracht der Tatsache, dass es
angesichts der gewaltigen Datenmenge im Internet - nachweislich die Hauptquelle
der Information unserer Jugend - immer schwieriger wird, Wichtiges von
Unwichtigem und Wahres vom Falschen zu unterscheiden sowie die Grenzen zwischen
Legalität und Illegalität zu erkennen.
Das Stichwort lautet Medienkompetenz. Die traditionellen Kulturtechniken Lesen,
Schreiben und Rechnen haben zwar nichts an ihrer Bedeutung verloren, müssen aber
ergänzt werden: Schulische Allgemeinbildung muss verstärkt auch die Kompetenzen
in Angriff nehmen, die unseren Schülerinnen und Schülern einen souveränen Umgang
mit Informations- und Kommunikationssystemen ermöglichen.
Dies ist zwingend erforderlich, um die individuellen Berufschancen unserer
Jugendlichen zu sichern und vor allem auch, um den Nachwuchs zu gewinnen, der
für Forschung und Entwicklung in dieser Wachstumsbranche nachhaltig motiviert
und qualifiziert ist. Diese Aufgabe kann nur gelöst werden, wenn
Fachwissenschaftler, Pädagogen und Bildungspolitiker sie gemeinsam angehen.
Beide Fachtagungen der Gesellschaft für Informatik in Siegen liefern hierzu
einen wichtigen Beitrag, weshalb ich die Schirmherrschaft über beide
Veranstaltungen gerne übernommen habe. Die neuesten Erkenntnisse im Bereich
E-Learning und der wissenschaftliche Austausch zwischen Fachleuten aus
Universität und Schule sind notwendig, um entsprechende Impulse für die
bildungpolitische Diskussion zu erhalten.
Ich erwarte daher die Ergebnisse beider Tagungen mit großem Interesse und
wünsche einen für alle Seiten informativen und konstruktiven Verlauf.
Barbara Sommer
Ministerin für Schule und Weiterbildung
des Landes Nordrhein-Westfalen
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